Das Lehrersein ist immer noch eine Sache, mit der ich etwas zu kämpfen habe. Nach wie vor wird geschlagen und auch darauf bestanden, es sei die einzig richtige Methode, den Kindern Disziplin beizubringen. Dabei wären meiner Meinung nach gute Vorbilder auch schon mal ein Anfang. Lehrer, die mit dem Kopf auf dem Tisch liegen und schnarchen, während die Schüler Klassenarbeiten schreiben sollen, Lehrer die im selben Moment darauf hinweisen, an der Schule sei Twi sprechen verboten, während sie einem Kollegen in genau jener Sprache irgendwas zurufen, Lehrer, die „Keep quiet“ brüllen, während sie mit ihrem Handy Musik abspielen (im Unterricht) sind das nunmal einfach nicht. Finde ich.
Trotz dieser Schwierigkeiten entwickelt sich alles sehr positiv. Ich habe mich im Prinzip vom Lehrplan verabschiedet, dessen Inhalt ich unpassend und schlecht aufgebaut finde. Ich bringe das bei, was sie nicht können und was mit den zur Verfügung stehenden Mitteln möglich ist.
Vor zwei Tagen habe ich zwei Computer in der Kirche, zu der die Schule gehört, aufgebaut und einer davon funktioniert bisher. Alleine schon mit der 4. Klasse davorzustehen, und ihnen all die Teile zu erklären, das hoch- und runterfahren zu demonstrieren, war ein Erfolg für mich, weil die Schüler wirklich begeistert von dieser gestrigen Stunde waren.
Ich greife auch hin und wieder auf Methoden meiner eigenen Lehrer auf dem Hoba zurück, und das ist immer wieder ein schönes Gefühl wenn es klappt.
Vielleicht können sich einige von denen, die damals mit mir die Weber-Englisch Klasse besucht haben, noch an das Lesespiel erinnern. Die Klasse wird in zwei Gruppen geteilt und jeder Schüler muss einen Satz eines Textes lesen. Wenn ein Aussprachefehler gemacht wird, ist die andere Gruppe dran und die Gruppe, die zuerst fertig ist, den Text fehlerfrei durchzugehen, hat gewonnen.
Danke Frau Weber!
In der letzten Woche wurden auf meine Anfrage hin Holzbretter rechts und links der Tafeln in jedem Klassenzimmer installiert, damit endlich Poster und Ergebnisse von Gruppenarbeiten nicht mehr im Büro des Headmasters vor sich hin schimmeln müssen.
Mit der 5. Und 6. Klasse habe ich die Stundenpläne groß auf weiße Plakate übertragen und aufgehängt, nach dem kein einziger Schüler mir die Frage beantworten konnte, zu welcher Uhrzeit die erste Stunde beginnt.
Der Pastor der Kirche und Besitzer der Schule will, mit finanzieller Unterstützung meiner Person bzw. meiner Spendeneinnahmen ein zweistöckiges Gebäude errichten lassen, in welchem im Erdgeschoss eine Bibliothek (das wäre die erste für Schüler zugängliche Bibliothek der ganzen Stadt) und im ersten Stock einen Computerraum entstehen soll.
Bisher stehen Zementsäcke und Steine auf einer Wiese, wann sich tatsächlich etwas tut liegt also mehr oder weniger an mir und meinen Spenden.
Deshalb der Aufruf an meine lieben Leser J
Ich denke, es gibt kaum eine bessere Möglichkeit, zu spenden als bei einem Projekt, von dem man sich sicher sein kann, dass es vor Ort jemanden gibt, der ein Auge auf die Entwicklungen wirft.
Ich bin jeden Tag an dieser Schule und habe ein gutes Verhältnis zum Pastor, und werde alles daran setzen, dass die Bauarbeiten bald beginnen können.
Eine Bücherei und in etwas fernerer Zukunft auch ein Computer-Lab wären für die Schüler eine wahnsinnige Möglichkeit, sich auf eigene Art weiterzubilden und ihren Horizont, der hier meistens leider etwas klein ist, auszuweiten. Computer Unterricht zu erhalten, ohne dabei praktische Erfahrungen machen zu können, ist nur frustrierend und viel zu abstrakt für ein Kind.
Also, falls ihr heute einen guten Tag habt und gerne etwas Sinnvolles tun würdet, mit dem unter anderem ein paar kleinen Barbaras, Bismarcks, Abukars oder Samuels geholfen werden kann, schreibt mir einfach eine Email an : toni_gross@gmx.de .
Danke schonmal, und viele Grüße an alle, die sich hierfür interessieren und sich übrigens auch alle gerne einfach so mal melden können!!!
Eure Toni