Entschuldigung…

…an all diejenigen, die hier immer nach Neuigkeiten schauen.

Im Moment habe ich das Gefühl mir rennt die Zeit davon, ich hab noch so viele Pläne und Ideen, die ich umsetzen, und Orte, die ich bereisen möchte, und nur noch knappe 3 Monate Zeit.Ich hoffe, daß ich bald wieder dazu komme, hier einen ausführlichen Bericht über meine Reise in den Norden und die vergangenen Wochen, den Start des 3. Terms an der Schule und meine Pläne für die letzte Zeit hochzuladen.

 

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Revisionswoche

(Ansatz einer Deutschstunde)

Das zweite Trimester ist fast vorbei, es bleiben noch zwei Wochen. In der nächsten werden Examen geschrieben und in der Woche darauf korrigiert und zurückgegeben/Zeugnisse verteilt. Das bedeutete für mich diesmal zwar weniger Tipparbeiten als Ende des letzten Terms, weil ich gleich gesagt habe ich könne das nicht noch einmal übernehmen, aber dennoch viel Arbeit. Es ist nämlich so, daß in der sogenannten „Revisionweek“, also der Woche vor den Examen, in welcher, wie der Name schon sagt, der Stoff wiederholt werden soll, rein gar nichts mehr passiert. Die Lehrer tragen Noten in Notenbücher ein (zur Notengebung möchte ich nicht viel sagen, die werden zu 70 % erfunden, es macht mich nur sauer darüber zu berichten) und behaupten dann, sie wären zu müde um noch zu unterrichten. Am Dienstag hatte ich ein regelrechtes Streitgespräch mit dem Mathe und Science Teacher der 5. Und 6. (also auch meinen) Klassen, denn ich habe ihm deutlich gemacht, wie falsch ich es fände, daß er dafür bezahlt wird, auf dem Pult zu schlafen, zu essen und herumzusitzen, während die Schüler nur herumtoben, dabei die Klassenzimmer und Bänke noch mehr demolieren und ihre Zeit mehr oder weniger verschwenden. Ich selbst konnte diese Woche auch nur genau eine Stunde wirklich unterrichten, da sowas wie Konzentration oder auch nur der Zustand, jeden Schüler einer Klasse im gleichen Raum zu behalten, unmöglich schienen.

Stattdessen, um ein klein wenig Beschäftigung und so etwas wie Wiederholung zu erreichen, habe ich gefühlte 27 Stunden innerhalb der letzten Woche „Hangmann“ mit meiner 5. gespielt. Den Tipp hatte mir ein anderer Freiwilliger gegeben. Ich habe mich an die Tafel gestellt und ein Wort in Unterstrichen aufgeschrieben (_ _ _ _), und die Schüler mussten Buchstaben vorschlagen. Natürlich hatten die gesuchten Worte immer mit meinem Unterricht zutun. Hat super funktioniert und ihnen glaub ich richtig Spaß gemacht.

(An der Tafel)

Heute hab ich dann noch die Buntstifte ausgepackt und jeder sollte sein Lieblingstier malen.

Viele sind hierbei (mal wieder) an die Grenzen ihrer Kreativität gestoßen, sodass sie „abgeschrieben“ haben, bzw. aus ihren Schulbüchern abgepaust. Das führte dazu, daß ich (von 25 Schülern) 10 Hähne, 10 Fische, 3 Adler, 1Giraffe und 1 Hai eingesammelt habe. Die Trinkpäckchen, die für die zwei schönsten Gemälde als Belohnung ausgeschrieben waren, gingen letztendlich auch an Giraffe und Adler (der Hai-Maler hatte böse abgepaust. Das mit dem Verbergen vom Abschreiben haben sie hier nicht so drauf, das passiert immer sehr offensichtlich).

(Gewinnerbild – noch nicht fertig)

So, das ist also ein kurzer Vor-Prüfungs-Zwischenbericht meiner Schulsituation.

Ich habe von einer Spende aus Deutschland inzwischen Zement und Sand für die Bücherei kaufen können, wenn das mit dem Hochladen klappt sieht man die Bilder hoffentlich hier!

(Spendenertrag)

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Hitze und Sehnsüchte

Es ist heiß geworden. Besonders hier in Akwatia. Letzte Woche hatten wir – also die DRK-Gruppe – unser „Mid-Term-Evaluatio-Seminar“. Dafür kamen wir alle nun schon zum 3. Mal im ARA-Haus, gelegen am Meer, in Bortianor bei Accra, zusammen. Am Meer ist das Klima in der Regel um einiges angenehmer, nicht so heiß und immer von einer Brise abgekühlt. Akwatia liegt ja nun mehr im Inland, und da ist es momentan wirklich unmenschlich heiß. Es war schön, mal wieder den ganzen Haufen auf einmal zu sehen und bei den Sitzungen bzw. Besprechungen und Gruppenaufgaben unsere eigenen „Ups and Downs“, wie auch die Erlebnisse der anderen Teilnehmer besprechen und evaluieren zu können.

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Ich habe momentan einen Nahrungs-Tiefpunkt. Die Gerichte können mich einfach nicht mehr zufriedenstellen. Mein Speiseplan variiert innerhalb von Yam (Kartoffelähnliche Wurzel mit wenig Geschmack), Reis oder klebrigen Spaghetti mit Tomatenstew. Morgens weiches englisches süßliches Brot „mit ohne alles“ und Tee. Ich beginne meine Tagträume gleich nach dem Aufstehen, denke an frisches, krustiges Körnerbrot mit Käse, Wurst, Butter, Marmelade, Quark etc., Milch, Kaffee oder Saft (welchen es hier eigentlich zur Genüge geben MÜSSTE, da endlos Orangen/Ananas/Mango/Papaya…etc  – plantagen vorhanden sind, nur keiner, der daraus etwas herstellt, aber das ist ein anderes Kapitel). Ich vertreibe mir dann die restlichen freien Stunden meines Tages indem ich in Gedanken an Spätzle, Käse, Pizza, jegliche Fleischgerichte und Milchprodukte, kurz, gehalt- und geschmackvollen kulinarischen „Besonderheiten“, zergehe.

Eigentlich hatte ich vor, Brot zu backen. Irgendwann letzte Woche kündigte ich also meiner Gastmutter an, dass ich am Nachmittag die Küche besetzen würde, zu eben diesem Zwecke. Sie war außer sich vor Freude, hat aber keine weiteren Bemerkungen dazu gemacht. Als ich nach der Schule beladen mit Säcken voll Mehl, mühsam zusammengetriebener Hefe und Haferflocken zuhause ankam, und mich grade ausbreiten wollte, erklärte sie mir, der Ofen funktioniere nicht. Das ist auch wieder sehr typisch. Vorrausschau ist kein sehr ghanaischer Begriff. Seitdem verspricht mir meine „Mummy“ jeden Tag aufs Neue, sie wolle den Reperateur gleich „Morgen“ bestellen. Mal sehen, wie es im Juni aussieht.

 

Zwei Mentoren auf dem Seminar

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Von der Schule

Das Lehrersein ist immer noch eine Sache, mit der ich etwas zu kämpfen habe. Nach wie vor wird geschlagen und auch darauf bestanden, es sei die einzig richtige Methode, den Kindern Disziplin beizubringen. Dabei wären meiner Meinung nach gute Vorbilder auch schon mal ein Anfang. Lehrer, die mit dem Kopf auf dem Tisch liegen und schnarchen, während die Schüler Klassenarbeiten schreiben sollen, Lehrer die im selben Moment darauf hinweisen, an der Schule sei Twi sprechen verboten, während sie einem Kollegen in genau jener Sprache irgendwas zurufen, Lehrer, die „Keep quiet“ brüllen, während sie mit ihrem Handy Musik abspielen (im Unterricht) sind das nunmal einfach nicht. Finde ich.

Trotz dieser Schwierigkeiten entwickelt sich alles sehr positiv. Ich habe mich im Prinzip vom Lehrplan verabschiedet, dessen Inhalt ich unpassend und schlecht aufgebaut finde. Ich bringe das bei, was sie nicht können und was mit den zur Verfügung stehenden Mitteln möglich ist.

Vor zwei Tagen habe ich zwei Computer in der Kirche, zu der die Schule gehört, aufgebaut und einer davon funktioniert bisher. Alleine schon mit der 4. Klasse davorzustehen, und ihnen all die Teile zu erklären, das hoch- und runterfahren zu demonstrieren, war ein Erfolg für mich, weil die Schüler wirklich begeistert von dieser gestrigen Stunde waren.

Ich greife auch hin und wieder auf Methoden meiner eigenen Lehrer auf dem Hoba zurück, und das ist immer wieder ein schönes Gefühl wenn es klappt.

Vielleicht können sich einige von denen, die damals mit mir die Weber-Englisch Klasse besucht haben, noch an das Lesespiel erinnern. Die Klasse wird in zwei Gruppen geteilt und jeder Schüler muss einen Satz eines Textes lesen. Wenn ein Aussprachefehler gemacht wird, ist die andere Gruppe dran und die Gruppe, die zuerst fertig ist, den Text fehlerfrei durchzugehen, hat gewonnen.

Danke Frau Weber!

In der letzten Woche wurden auf meine Anfrage hin Holzbretter rechts und links der Tafeln in jedem Klassenzimmer installiert, damit endlich Poster und Ergebnisse von Gruppenarbeiten nicht mehr im Büro des Headmasters vor sich hin schimmeln müssen.

Mit der 5. Und 6. Klasse habe ich die Stundenpläne groß auf weiße Plakate übertragen und aufgehängt, nach dem kein einziger Schüler mir die Frage beantworten konnte, zu welcher Uhrzeit die erste Stunde beginnt.

Der Pastor der Kirche und Besitzer der Schule will, mit finanzieller Unterstützung meiner Person bzw. meiner Spendeneinnahmen ein zweistöckiges Gebäude errichten lassen, in welchem im Erdgeschoss eine Bibliothek (das wäre die erste für Schüler zugängliche Bibliothek der ganzen Stadt) und im ersten Stock einen Computerraum entstehen soll.

Bisher stehen Zementsäcke und Steine auf einer Wiese, wann sich tatsächlich etwas tut liegt also mehr oder weniger an mir und meinen Spenden.

Deshalb der Aufruf an meine lieben Leser J

Ich denke, es gibt kaum eine bessere Möglichkeit, zu spenden als bei einem Projekt, von dem man sich sicher sein kann, dass es vor Ort jemanden gibt, der ein Auge auf die Entwicklungen wirft.

Ich bin jeden Tag an dieser Schule und habe ein gutes Verhältnis zum Pastor, und werde alles daran setzen, dass die Bauarbeiten bald beginnen können.

Eine Bücherei und in etwas fernerer Zukunft auch ein Computer-Lab wären für die Schüler eine wahnsinnige Möglichkeit, sich auf eigene Art weiterzubilden und ihren Horizont, der hier meistens leider etwas klein ist, auszuweiten. Computer Unterricht zu erhalten, ohne dabei praktische Erfahrungen machen zu können, ist nur frustrierend und viel zu abstrakt für ein Kind.

Also, falls ihr heute einen guten Tag habt und gerne etwas Sinnvolles tun würdet, mit dem unter anderem ein paar kleinen Barbaras, Bismarcks, Abukars oder Samuels geholfen werden kann, schreibt mir einfach eine Email an : toni_gross@gmx.de .

Danke schonmal, und viele Grüße an alle, die sich hierfür interessieren und sich übrigens auch alle gerne einfach so mal melden können!!!

Eure Toni

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Von Gold und Diamanten

Vor noch ungefähr 20 Jahren war Akwatia eine beschäftigte Stadt.

Eine der größten Mienenanlagen war hier der Mittelpunkt des Arbeitslebens, Gold, Diamanten etc. wurden geschürft und exportiert. Für viele Einwohner der Stadt bedeutete das Arbeitsplätze, gut bezahlte Arbeitsplätze. Das GCD-Gelände (Ghana blablabla..) war und ist ein riesiger Teil der Stadt, mit eigenen Schulen, technologischen Instituten und zeitweise sogar der Wasserversorgungsstelle ganz Akwatias. Wie genau es zum Betriebsschluss kam ist mir noch nicht bekannt, man hört verschiedene Versionen der Geschichte. Entweder sind die Ressourcen so ausgeschöpft, dass es sich nicht mehr lohnt Gold und Diamanten abzubauen (was ich bezweifle, denn die Schwarzschürfer sind voll am Werk), die Europäischen Firmen denen die Anlage zum Großteil gehörte/gehört sind pleite gegangen, oder es liegt einfach an dem vor einigen Jahren erlassenen Gesetz, welches es ausländischen Firmen durch gewisse Zollbedingungen erschwert, zu exportieren bzw. abzubauen.

Das Gelände ist aber immer noch beeindruckend. Riesige gepflegte Grünanlagen umsäumen ein altes Clubhaus, das zur Vergnügungszwecken für die europäischen und amerikanischen Geschäftsmänner errichtet worden war. Man fühlt sich wie in einer anderen Welt. Von den staubigen und von Schlaglöchern zerfressenen Straßen der Stadt kommt man in eine Gegend, die wirklich an den Reichtum und die Luxusgewohnheiten irgendwelcher dicken Geschäftsmänner erinnert – nur ist es Vergangenheit. Das Clubhaus wird von einer ghanaischen Familie „instandgehalten“, leise quatscht ein Radiomoderator auf Twi vor sich hin, wo vor einigen Jahren sicher noch eine Jazzband auf der Bühne stand. Der Pool nebenan ist leer und die Farbe des Anstrichs ausgebleicht, die Bibliothek vertaubt und die Glastüren eingeschlagen. Es gibt einen verkommenen Tennis, und Basketballplatz, eine Squash-Halle die den Eindruck macht, als würde sie jeden Moment in sich zusammenfallen und die 1000 Eidechsen und Schlangen, die darin wohnen, unter sich begraben. Im Billard Raum liegen die Kugeln und Köse noch auf dem Tisch und im Kino stehen die Stühle da, als wären die Menschen gerade erst aufgestanden. Es ist wie eine Geisterstadt.

Jedenfalls liege ich grade auf der Wiese vor dem Clubhaus, mit Lisa, einer Mitfreiwilligen.

Wir haben uns eine Stelle gesucht, an der wir keine Schlangen vermuten (erhoffen) und lesen und genießen die hier doch so seltene Ruhe. Keine „Obruni“-Rufe oder laute ghanaische Musik, kein Fischgeruch oder ratternde Taxen.

Wenn ich endlich mal eherausfinde, wie man hier Bilder hochlädt, werde ich ein paar Aufnahmen des Geländes zeigen.

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ONLINE

Ich bin noch da, nicht verschollen und hoffentlich auch noch nicht vergessen.
Habe ab heute eine geschlagene Woche Internetzugang und werde das nutzen um mal wieder ausführlich zu berichten.
Um kurz anzuschneiden, wie es im Moment aussieht:
Es geht mir soweit gut, langsam nehme ich in dieser Stadt hier einen festen Platz ein.
In der Schule werde ich als vollwertige Kollegin respektiert, kriege einen richtig guten Draht zu den Kindern und mache mich sogar in der Lehrersache imm besser denke ich.
Meine Familie scheint mich wohl doch leiden zu können, jedenfalls fühle ich mich dort recht wohl inzwischen.
Ich kenne die Stadt, kann die Menschen einschätzen und habe vor allem unter den Lehrern schon so manche Freunde gefunden.
Die Kultur wird einem wohl niemals vollständig eingängig werden, ich denke aber nach der Zeit, die ich (wir) inzwischen hier sind sind gewisse Verhaltensweisen der Ghanaer und der Umgang mit ihnen verständlicher bzw. einfacher geworden.
Die Aussicht auf baldigen Besuch lässt alles sogar noch schöner aussehen :)
Ich freue mich immernoch über Nachrichten und Meldungen von allen Seiten und sende Grüße raus an alle, die sich angesprochen fühlen!
Bis Bald, eure Toni

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Madam Antonia

hat eine neue Aufgabe:

Alle handgeschriebenen Prüfungen für die anstehenden “End of First Term Examinations” abtippen. Jede Klasse, jedes Fach. Hab nicht ausgrechnet wieviel das insgesamt sind, wills lieber auch gar nicht wissen. ICT teacher Nr. 1 an der Schule – Sir Narbah – hat einen kläglichen Versuch gestartet mir zu helfen, nachdem er aber 3,5 h ((!!!) für eine halbe Prüfung (eine DIN A4 Seite) gebraucht hat, hat er es nun komplett an mich abgedrückt.

Heißt für mich, alle Unterrichtsstunden in der nächsten Woche fallen aus, weil mein Headmaster das tippen für wichtiger hält. Heißt außerdem, ab jetzt zwischen 5 und 6 Stunden tägl. vorm PC sitzen und tippen. Igiit und hallo Rückenschmerzen!!!

Toni

P.S.: Ansonsten gehts mir gut. Meine Wochen vergehen und was ich so tue ist Essen, Schlafen, Essen, Unterrichten, Rumsitzen, Lesen, Essen!, Rumsitzen, Trotro fahren, Eimerduschen, Mit der Hand waschen, Essen und soviel rumfahren wie es mir mein Geld und Gorilla erlauben =)

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Könnte mal jemand ne Rückmeldung geben,

ob dieser Link hier zu Bildern führt??

http://agonatoni.blogsport.eu/files/2010/11/IMG_1509.jpg

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Das Kopfzeilenbild…

…ist in Winneba – direkt am Strand entstanden.

Ich versuche immer wieder Bilder hier hochzuladen, aber kriegs irgendwie nicht hin dass man die dann auch sieht. Wenn mir jemand nen Tipp geben kann…?

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Von Namen und Schlagstöcken

Der vorherige Eintrag klingt zwar recht negativ, das soll sich aber hauptsächlich auf die Familiensituation beziehen. In der Schule nämlich läuft es schon viel viel besser. (Das ist die ghanaische Art der Steigerung: alles was gesteigert werden soll einfach doppelt sagen zum Beispiel heißt „sehr klein“ einfach „small small“).

Inzwischen hab ich die meisten „meiner“ Kinder schon richtig gern, kenne ihre Namen, Stärken und Schwächen; weiß, wer der Klassenclown, wer der Streber, die Faulen, die Ruhigeren sind. (Ich fange an meine Schulzeit aus anderen Blickwinkeln zu sehen…die Lehrer mochten die Fleißigen nicht grundlos lieber als uns Schwätzer, meine Lieben Sitznachbarinnen !! – an dieser Stelle nen Gruß an Celina (!!!!!), Patzi, Jenny, Katja etc… ;) ). Wenn ich morgens über den Schulhof laufe und mir von allen Seiten aus der weiß-blau-gestreiften, kniehohen Masse ein begeistertes „Madam Antonia“  entgegentönt, ist das schon ein nettes Gefühl. Man ist willkommen.

Hab ich schonmal was zu den Namen geschrieben?

Die sind nämlich meiner Meinung nach ein erwähnenswertes Kapitel. Die Namen hören sich oft recht „westlich“ an, wenn man das so sagen kann.

Ich hab da sowohl die kleine Barbara, als auch Alice, Regina, Sandra oder Elizabeth. Die Jungs heißen dann eben Daniel, Emmanuel (sehr häufig) oder Benjamin, aber schon auch „Abukar“  oder „Ampofo“. Bei den Mädchen gibt es dann auch die etwas gekünstelten Ami-Namen wie „Precious“, „Beauty“ oder „Baby“, bzw. etwas wie „Benidra“ oder „Najat“, was glaube ich eher regionaler ist. Weiß ich aber auch nich genau. Am alleramüsantesten ist aber der Jungsname „Bismarck“. Ich glaube, 50% der Jungs und Männer heißen so. Mit Vornamen! Bin ja noch auf der Suche nach Churchill und Napoleon… ;)

Das Schlagen ist, wenn ich von anderen Freiwilligen höre und vergleiche, an meiner Schule denke ich im oberen Durchschnitt was die Häufigkeit betrifft. Es vergeht wirklich keine Stunde ohne das mir  – leider – schon vertraute Klatschen vom „Cane“ auf Kinderpopos. Danach dann das noch schwerer zu ertragende Schreien oder stumme Weinen. Ich habe inzwischen wirklich sowohl Lehrern als auch Schülern klargemacht, dass ich diese Art der Bestrafung nicht praktiziere. Mit einigen Lehrern kamen auch schon richtige Gespräche zu dem Thema zustande; warum ich so dagegen bin und welche Alternativen ich mir vorstellen kann. Vielleicht werde ich ja innerhalb des nächsten Jahres wenigstens Zweifel an der Methode aufbringen können und hoffen, dass diese sich dann ausbreiten.

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